Spitzenplatz in der Quantenforschung

Freie Universität Berlin schneidet mit drei bewilligten Projekten zu Quantencomputern und Quantenfehlerkorrektur bei europäischer QuantERA-Ausschreibung exzellent ab

Die Freie Universität Berlin zählt zu den erfolgreichsten deutschen Einrichtungen in der aktuellen Ausschreibung des europäischen QuantERA-Netzwerks. Gemeinsam mit der Universität Ulm verzeichnet sie mit drei Projekten die höchste Zahl bewilligter Vorhaben in der Quantenforschung in Deutschland. Aus europaweit 287 eingereichten Forschungsanträgen bewilligte die Jury 39 Projekte. Die ausgewählten Forschungsprojekte der Freien Universität werden mit einer Gesamtsumme von mehr als 860.000 Euro unterstützt.

 

Gefördert werden Projekte der Quantenphysikerin Prof. Dr. Christiane Koch und des Quantenphysikers Prof. Dr. Jens Eisert, die mit ihren Forschungen die führende Rolle der Freien Universität Berlin in der Entwicklung von Quantentechnologien der nächsten Generation maßgeblich mitgestalten. Ihre Forschungsvorhaben widmen sich technologischen Schlüsselbereichen für die Entwicklung von Quantencomputern der Zukunft.

Themen der Projekte von Christiane Koch sind das Wärme- und Energiemanagement in supraleitenden Schaltkreisen sowie die Feedback-basierte Quantenoptimierung und -regelung. „Supraleitende Schaltkreise gehören zu den derzeit fortgeschrittensten und vielversprechendsten Architekturen für Quantencomputer“, erklärt Christiane Koch. „Die Rechenoperationen müssen bei Temperaturen von minus 273 °C, knapp über dem absoluten Nullpunkt, ausgeführt werden. Diese Ausführung erwärmt die Quanten-Chips allerdings.“ Das Problem, wie die Wärme möglichst effizient abgeführt werden kann, sei die Voraussetzung zum Bau von größeren Chips.

Jens Eisert leitet das dritte bewilligte Projekt, das die Quantenfehlerkorrektur zum Thema hat. Hier wird mit Ideen an der Schnittstelle zwischen Physik und Mathematik ein neuer Ansatz erprobt, um Quantentechnologien widerstandsfähig gegen ihre größte Gefahr zu machen: ungewollte Einflüsse einer Umgebung, die die Quantenvorteile verschwinden lassen. Quantenfehlerkorrektur schützt fragile Quanteninformation vor solchen ungewollten Einflüssen und gilt als entscheidend für die Weiterentwicklung von Quantencomputern.

Das QuantERA-Netzwerk ist die größte europäische Initiative zur Kooperation in den Quantentechnologien und verbindet Spitzenforschung über Ländergrenzen hinweg. Es wird von der Europäischen Kommission gefördert. (zie)

Weitere Informationen

Kontakt

 

Quelle:fu-berlin.de