Im Portrait | Gesundheit „Made in Berlin“: Klosterfrau investiert in die Zukunft

Klosterfrau Melissengeist ist einer der bekanntesten Markenklassiker in der deutschen Gesundheitsbranche. Als die ehemalige Nonne Maria Clementine Martin 1826 am Fuße des Kölner Doms ihr Unternehmen „Maria Clementine Martin Klosterfrau“ gründete, war noch nicht abzusehen, dass ihr Melissengeist zum Ausgangspunkt für eine international agierende Unternehmensgruppe werden würde – die Klosterfrau Group. Die Unternehmensgeschichte dauert mithin schon 200 Jahre. Heute sind dort rund 1500 Mitarbeitende an elf Standorten tätig – in Berlin-Marienfelde sind es rund 300. Hier wird seit 55 Jahren der berühmte Klosterfrau Melissengeist gefertigt. Die Gruppe ist heute in sechs europäischen Ländern mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten und vereint unter ihrem Dach die vier strategischen Geschäftsbereiche Consumer Healthcare, Medical, Contract Manufacturing und Cosmetics. Dabei bietet ihr Portfolio eine umfangreiche Gesundheitsversorgung von der Selbstmedikation über professionelle medizinische Lösungen bis hin zur Hautpflege. Zu den bekannten Marken gehören unter anderem auch Laryngomedin®, das auch in Berlin produziert wird, taxofit®, neo-angin®, nasic®, Soledum® und Femannose®.
Tradition mit Moderne verbunden
Die Klosterfrau Group beschreibt sich selbst als Unternehmen, das in der Tradition seiner Gründerin Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen in den Mittelpunkt seines Engagements stellt und diese Tradition mit nachhaltiger Innovation zusammenführt – dies ist am Standort Berlin besonders greifbar. Im Jahr 1971 begann hier die Produktion des Melissengeistes, mittlerweile ist es der größte Produktionsstandort der Klosterfrau Group. Heute produziert die Klosterfrau Berlin GmbH auf rund 45.000 Quadratmetern medizinische Lutschtabletten, flüssige Arzneiformen und sterile Einwegspritzen nach GMP- und FDA-Richtlinien (Good Manufacturing Practice & Food and Drug Administration).

Wachstum am Standort Berlin
Derzeit und in den kommenden Jahren wird der Standort erweitert und modernisiert, um Arbeitsplätze zu sichern, neue zu schaffen und zugleich den steigenden Bedarf von Patientinnen und Patienten sowie Kunden langfristig bedienen zu können. Dafür werden innerhalb von vier Jahren rund 60 Millionen Euro in moderne Produktionsanlagen investiert. Mit dem neuen hochautomatisierten Spritzenwerk auf 1200 Quadratmetern Reinraumfläche nahm bereits im Juni 2025 ein erstes Teilprojekt die Produktion auf. In dem Werk entstehen sterile Spritzensysteme, die unter anderem international über das Klosterfrau-Tochterunternehmen Farco-Pharma vertrieben werden. Die jährliche Produktionskapazität liegt bei bis zu 50 Millionen Spritzen. Investiert wurden hier 25 Millionen Euro. Für das Jahr 2027 ist die Eröffnung des Neubaus „medizinische Lutschtabletten“ geplant, hier soll ein Betrag in gleicher Höhe investiert werden.
Moderne Technik für mehr Qualität und Nachhaltigkeit
Bei den Investitionen geht es nicht nur um mehr Menge in der Produktion, sondern auch um bessere Technik, die die Produktion effizienter und nachhaltiger macht. Das 2025 eröffnete Werk setzt beispielsweise auf intelligente Betriebsleitsysteme, effiziente Elektromotoren, Sensorik zur Überwachung des Energieverbrauchs, Wärmerückgewinnung und vieles mehr. Auch in dem im Aufbau befindlichen Werk für medizinische Lutschtabletten sind neben den 25 Millionen Euro für den Neubau weitere fünf Millionen Euro für Infrastruktur nach dem neuesten Stand der Umwelttechnik vorgesehen. Geplant sind zum Beispiel die Nutzung von Produktionsabwärme für den Warmwasserbedarf, eine Kälteanlage mit Strom aus Photovoltaik und eine begrünte Fassade.

Dass diese Investitionen auch politisch wahrgenommen werden, zeigte der Besuch der Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey im Rahmen der „Made in Berlin“-Tour im März 2026. Die Senatorin würdigte Klosterfrau Berlin als Beispiel dafür, wie gewachsene Tradition den Weg für zukunftsweisende pharmazeutische Produktion ebnen könne. „Die Investitionen in moderne Produktionsanlagen und nachhaltige Technologien sind ein starkes Bekenntnis zum Innovations- und Industriestandort Berlin. Damit setzt das Unternehmen wichtige Impulse für die industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in unserer Stadt“, sagte Franziska Giffey.
Ausgezeichnete Ausbildung
Doch die Zukunft besteht nicht nur aus besserer und nachhaltiger Produktion, sondern auch aus zukünftigen Mitarbeitenden. Klosterfrau Berlin bildet seit den Anfängen 1971 am Standort aus – derzeit werden bis zu zehn unterschiedliche duale Ausbildungsberufe angeboten. Der Großteil der Ausgelernten wird laut eigenen Angaben übernommen. Für seine Arbeit im Ausbildungsbereich erhielt der Standort 2023 das Zertifikat für Nachwuchsförderung und 2025 das IHK-Siegel für exzellente Ausbildungsqualität. Mit ihrem Ausbildungsengagement und den Investitionen bekennt sich die Klosterfrau Group klar zu Berlin, nicht nur als Standort für Pharmaproduktion, sondern auch grundsätzlich.
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