Doctolib übernimmt britischen Healthtech-Anbieter Medicus und erschließt UK als nächsten europäischen Wachstumsmarkt
Eine europäische Aufgabe: die medizinische Versorgung sicherstellen
In ganz Europa zeigt sich ein ähnliches Bild: Die wachsende Nachfrage nach medizinischer Versorgung trifft auf einen zunehmenden Verwaltungsaufwand, wodurch Gesundheitsfachkräften wertvolle Zeit für die Patientinnen und Patienten verloren geht. Im Vereinigten Königreich ist diese Herausforderung durch eine stark belastete Primärversorgung besonders spürbar. Die Hausarztpraxen koordinieren die Patientenversorgung und tragen die wachsende administrative Last. Mit der Übernahme von Medicus überträgt Doctolib seinen bewährten Ansatz, Gesundheitsfachkräfte durch Technologie zu entlasten, erstmals auf den britischen Markt.
Nikolay Kolev, CEO Doctolib Deutschland und Mitglied des globalen Vorstands
„Medicus hat etwas Beeindruckendes aufgebaut: das erste neue klinische Softwaresystem für den NHS seit mehr als zwei Jahrzehnten. Gemeinsam wollen wir in die Innovationskraft des britischen Gesundheitssystems investieren und Hausarztpraxen die besten KI-basierten Lösungen bereitstellen, damit medizinische Fachkräfte wieder mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben. In Deutschland zeigen wir seit fast zehn Jahren, dass der gezielte Einsatz innovativer Technologien konkret entlastet und die Versorgung verbessert. Diesen Ansatz tragen wir jetzt in einen der größten Gesundheitsmärkte Europas.“
Digitale Innovation für die Hausarztversorgung im NHS
Als erstes Unternehmen seit 25 Jahren hat Medicus ein neues klinisches Softwaresystem für Hausarztpraxen im NHS eingeführt. Die im Jahr 2019 gegründete, cloudbasierte Plattform für elektronische Patientenakten (EPR – Electronic Patient Record), die im deutschen Sprachraum als ePA bekannt ist, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem NHS entwickelt. Sie erhielt Unterstützung durch das Tech Innovation Framework von NHS England und ist vollständig interoperabel mit NHS-Standards und -Systemen, einschließlich der NHS App. Heute wird die Lösung in Hausarztpraxen in zahlreichen britischen Versorgungsregionen (Integrated Care Boards) eingeführt.
Für Hausarztpraxen bedeutet dies eine einheitliche, KI-gestützte Softwarelösung, die jeden Aspekt der täglichen Arbeit vereinfacht: von der Terminplanung und klinischen Dokumentation bis hin zur Versorgungskoordination und Patientennachsorge. Durch die Übernahme verbindet Doctolib seine langjährige Erfahrung mit dem innovativsten vom NHS zugelassenen EPR-System seiner Generation. Wie in Deutschland, wo die All-in-One Praxissoftware von Doctolib vollständig in die Telematikinfrastruktur integriert ist, wird die Lösung auch im Vereinigten Königreich konsequent an die nationalen Standards und die spezifischen Anforderungen des NHS angepasst.
Emile Axelrad, Gründer und CEO von Medicus
„Durch die Zusammenarbeit mit Doctolib werden wir unsere Softwarelösung stärken, Innovationen beschleunigen und den Praxen Zugang zu einem noch umfassenderen Angebot an Produkten und Leistungen ermöglichen – bei gleichbleibend hoher Qualität, Nähe und Verständnis für ihre Arbeit, wofür unser Team bereits heute geschätzt wird. Als britisches Team wollen wir den Standard für Hausarzt-Technologie im gesamten Vereinigten Königreich anheben.“
Fünf Länder, ein Ziel
Mit 90 Millionen Patientinnen und Patienten sowie mehr als 500.000 Gesundheitsfachkräften in Europa bringt Doctolib die nötige Skalierungserfahrung und technologische Expertise mit, um Medicus bei seinem weiteren Wachstum zu unterstützen. Hausarztpraxen, die Medicus bereits heute nutzen, können sich auf Kontinuität verlassen. Der gewohnte Servicestandard bleibt vollständig erhalten und wird durch die kombinierten Fähigkeiten beider Unternehmen weiter gestärkt.
Das britische Führungsteam von Medicus bleibt vollständig erhalten. Beide Unternehmen planen, das UK-Team in den nächsten Jahren deutlich zu vergrößern. Patientendaten werden auch weiterhin sicher verarbeitet und in Übereinstimmung mit der britischen Datenschutzgrundverordnung (UK-DSGVO) sowie den geltenden Anforderungen des National Health Service (NHS) auf sicherer, konformer Infrastruktur in Großbritannien gehostet – wie es bereits heute bei Medicus der Fall ist.
Damit unterstützt Doctolib das Ziel der britischen Regierung, einen zukunftsfähigen NHS zu gestalten („10 Year Health Plan for England: fit for the future”), und zwar bei drei angestrebten strategischen Veränderungen im britischen Gesundheitssystem: weg von der Krankenhausversorgung, hin zur Gemeinschaftsversorgung, von analog zu digital und von reaktiv zu präventiv. Durch seine Präsenz in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und nun auch im Vereinigten Königreich festigt Doctolib seine Position als führendes europäisches Healthtech-Unternehmen.