Aus dem Bioreaktor statt aus dem Meer – Erfolgreiche Series-A-Finanzierung für Bluu Seafood

Bluu Seafood züchtet Fisch und Meeresfrüchte aus Zellkulturen im Labor. Nun hat das Berliner Start-up eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 16 Millionen Euro abgeschlossen. Unter den Investoren sind bekannte Namen wie Dr. Oetker und Delivery Hero. Mit dem Geld soll unter anderem die Zulassung in Singapur und den USA vorangetrieben werden.

 

Zellzüchtung statt Überfischung der Meere: Das Berliner Start-up Bluu Seafood züchtet aus Zellkulturen Fischprodukte und möchte die alternativen Lebensmittel möglichst bald weltweit auf den Markt bringen. Diesem Ziel ist das Unternehmen nun einen großen Schritt nähergekommen. Im Rahmen einer Series-A-Finanzierungsrunde wurden 16 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Investoren zählen neben der Sonae-Tochtergesellschaft Sparkfood und LBBW VC auch Delivery Hero, SeaX Ventures, Manta Ray Ventures, Norrsken VC, die Hamburgische Investitions- und Förderbank sowie Dr. Oetker. Zusammen mit einer bereits getätigten Seedrunde hat Bluu Seafood damit rund 23 Millionen Euro eingeworben.

Auf dem Weg in den Markt

Mit dem Geld möchte Bluu Seafood unter anderem die behördliche Zulassung für seine Produkte in verschiedenen Ländern voranbringen. Bislang sind die Behörden bei kultiviertem Fleisch weltweit eher zurückhaltend, lediglich in Singapur und den USA haben Hersteller bislang Genehmigungen erhalten. Während Bluu Seafood für Singapur die Zulassung bereits beantragt hat und 2024 mit der Erteilung rechnet, sollen nun die USA folgen. Anschließend will das Food Biotech den europäischen Markt ins Visier nehmen.

Gegründet wurde Bluu Seafood 2020 von Dr. Sebastian Rakers und Simon Fabich mit einem Expertenteam aus Meeresbiologen, Zellbiologen, Gewebetechnikern sowie Lebensmitteltechnikern. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin und wissenschaftlichen Einrichtungen in Lübeck ist den eigenen Angaben zufolge das erste Unternehmen Europas, das sich auf die kommerzielle Herstellung von zellbasiertem Fisch spezialisiert hat. Die Fischalternative züchtet das Unternehmen in Fermentern – ohne Einsatz von Gentechnik.

Im August vergangenen Jahres hatte Bluu Seafood bereits erste Produkte aus dem Labor vorgestellt – darunter Fischstäbchen und Fischbällchen. Für die Skalierung, Kommerzialisierung und Prozessoptimierung baut Bluu Seafood derzeit einen dritten Standort in Hamburg-Altona.

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