Long COVID bei Erwachsenen – eine aktuelle Bestands­aufnahme im Journal of Health Monitoring

RKI-Forschende haben im Journal of Health Monitoring eine aktuelle Bestands­aufnahme zu Terminologie und Definition, Krankheits­bild, epidemiologischer Daten­lage und Folgen von Long COVID bei Erwachsenen veröffentlicht. Sie geben dabei auch einen Einblick in Risiko- und Schutz­faktoren und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Long COVID in Deutschland. Grundlage ist ein narratives Review, eine Über­sichts­arbeit, die die Ergebnisse einzelner Studien zu einem konkreten Thema zusammen­fasst und für einen schnellen Einstieg in und Über­blick über ein Thema geeignet ist.

 

Gesundheitliche Lang­zeit­folgen einer SARS-CoV-2-Infektion werden allgemein als „Long COVID“ bezeichnet und umfassen nach gegenwärtigem Kenntnisstand neben unspezifischen Beschwerden und Symptom­komplexen, die nicht anderweitig erklärbar sind, auch die Verschlechterung von Grund­er­krankungen, Organschäden sowie erhöhte Inzidenzen bestimmter chronischer Erkrankungen.

Der Fokus des Beitrags liegt vorrangig auf Studienergebnissen zu gesund­heit­lichen Beschwerden im Zeit­raum von mindestens drei Monaten nach voran­ge­gangener Infektion, entsprechend der WHO-Definition eines Post-COVID-19-Zustands. Zu unspezifischen gesund­heit­lichen Symptomen nach einer SARS-CoV-2-Infektion zählen ins­besondere hoch­gradige Erschöpfung / Müdigkeit und kognitive Einschränkungen wie z. B. Konzentrations- und Gedächtnis­probleme, aber auch anhaltende respiratorische Beschwerden wie Kurz­atmigkeit und persistierender Husten. Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten mit Long COVID lässt sich die Myalgische Enzephalomyelitis / das Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) als besonders schwerer Subtyp abgrenzen, das mit erheblichen Einschränkungen der Lebens­qualität, der körperlichen und psychischen Funktions­fähigkeit im Allt­ag sowie der gesellschaftlichen Teil­habe einhergeht.

Länger­fristige gesund­heit­liche Folgen (einschließlich ME/CFS) wurden bereits nach anderen Virus­infektionen, wie z. B. Influenza oder durch Epstein-Barr-Virus ausgelöstes Pfeiffersches Drüsen­fieber, beobachtet (sogenannte „post-acute infection syndromes“).