Forschung zu Herzklappenerkrankung
Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leben mit Herzinsuffizienz. Von ihnen sind etwa 15 Prozent von einer höhergradigen Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI) und rund 12 Prozent von einer kardialen Amyloidose betroffen – oft ohne, dass die beiden Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden. Genau hier setzt die Forschung von Dr. med. Isabel Mattig an.
Die Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie am Deutschen Herzzentrum der Charité und BIH Charité Clinician Scientist untersucht in der TRICAM-Studie Diagnose und Therapie bei Patient:innen mit beiden Erkrankungen.
Zwei Herzerkrankungen mit ähnlichen Symptomen
Bei der TI ist die Herzklappe zwischen rechter Herzkammer und Vorhof undicht, sodass Blut zurück Richtung Körper fließt. Bei der kardialen Amyloidose lagern sich fehlgefaltete Proteine (Amyloidfibrillen) im Herzmuskel ab. Diese Ablagerungen verdicken und versteifen unter anderem die Herzwände, schädigen das elektrische Leitungssystem im Herzen und führen zu einer Herzschwäche.
Beide Erkrankungen verursachen ähnliche, zum Teil überlappende Symptome wie Luftnot, was die Diagnose beider Erkrankungen verzögert oder gar verhindert. Besonders problematisch: Obwohl eine Amyloidose bei TI-Patient:innen vermutlich häufiger auftritt als bisher angenommen, wird sie im klinischen Alltag nur selten festgestellt.
Die TRICAM-Studie: Gezielte Diagnostik für bessere Therapie
Die von der Gebrüder Werner Stiftung geförderte TRICAM-Studie soll das ändern: Sie untersucht über zwei Jahre systematisch die Diagnose und Therapie der TI bei Patient:innen mit kardialer Amyloidose. Ziel ist es, das Bewusstsein für die kardiale Amyloidose im interventionellen kardiologischen Kontext zu schärfen – insbesondere bei Patient: innen mit TI. Denn ein frühzeitiger Therapiebeginn ist bei einer Amyloidose entscheidend für den Behandlungserfolg; zugleich erschwert die Erkrankung eine minimal-invasive Therapie der TI.
Die Gebrüder Werner Stiftung fördert seit 2025 jährlich kardiovaskuläre Forschung. Die TRICAM-Studie überzeugte im vergangenen Jahr das Kuratorium der Stiftung. Dr. Isabel Mattig ist damit die erste Wissenschaftlerin, die die umfangreiche Förderung von mehr als 200.000 Euro erhält.
Internationale Zusammenarbeit für bessere Behandlung
Ein Internationalisierungsgrant der Stiftung Charité und der BIH Biomedical Innovation Academy ermöglicht Dr. Isabel Mattig im Juli diesen Jahres einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt am Royal Brompton Hospital in London. Das multizentrische Kooperationsprojekt in Großbritannien untersucht, wie die Behandlung einer TI durch minimal-invasive Herzkatheterverfahren weiter verbessert werden kann.
Wir gratulieren Dr. Isabel Mattig zur Förderung und wünschen weiterhin viel Erfolg bei ihrer Forschung.