Drei neue Exzellenzcluster-Initiativen aus der Berlin University Alliance erreichen Finale des Exzellenzwettbewerbs

In der aktuellen Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern dürfen sich drei neue Initiativen aus dem Berliner Forschungsraum um eine Förderung als Exzellenzcluster bewerben. Die sieben bereits bestehenden Berliner Exzellenzcluster streben eine weitere Förderperiode an. Damit schickt Berlin zehn Projekte in die finale Runde zur Förderung von Spitzenforschung.

 

Insgesamt drei Forschungsprojekte aus der Berlin University Alliance von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin werden erstmals Vollanträge auf Förderung als Exzellenzcluster, im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern, stellen. Entschieden hat dies nach dreitägigen Beratungen das Expertengremium der Exzellenzstrategie, bestehend aus 39 ausgewiesenen Wissenschaftsexpert*innen unter dem Vorsitz der Spitzen von Wissenschaftsrat und Deutscher Forschungsgemeinschaft.

„Sowohl die drei neuen Clusterinitiativen als auch die bestehenden sieben Exzellenzcluster in Berlin haben meine volle Unterstützung. Für den Wissenschaftsstandort Berlin wünsche ich mir, dass der Exzellenzverbund Berlin University Alliance durch seine einzigartige Stellung die Spitzenforschung, die Kooperationsmöglichkeiten und die internationale Strahlkraft Berlins weiter ausbauen wird. Allen zehn Berliner Exzellenzclusteranträgen wünsche ich viel Erfolg in der nun anstehenden zweiten Wettbewerbsrunde“, sagt Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin.

„Die Zulassung von drei Berliner Exzellenzclusterinitiativen zur finalen Auswahlrunde des Exzellenzwettbewerbs ist eine großartige Neuigkeit für die Verbundpartnerinnen. Wir freuen uns, die Teams rund um die Erstellung des Vollantrags aus der Berlin University Alliance weiter tatkräftig zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Geraldine Rauch, Sprecherin der Berlin University Alliance und Präsidentin der Technischen Universität Berlin.

Die vom Expertengremium neu nominierten Forschungsprojekte müssen ihre Anträge auf Förderung als Exzellenzcluster bis zum 22. August 2024 stellen. Zwischen Oktober 2024 und Februar 2025 werden die Exzellenzcluster-Initiativen von Kommissionen international führender Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen begutachtet. Am 22. Mai 2025 entscheiden die Wissenschaftsminister*innen von Bund und Ländern in der Exzellenzkommission der Exzellenzstrategie auf Basis der Empfehlungen des Expertengremiums, welche der neuen Initiativen und bisherigen Exzellenzcluster ab dem 1. Januar 2026 für sieben Jahre mit jährlich bis zu 10 Millionen Euro gefördert werden.

Alle sieben bestehenden Berliner Exzellenzcluster der Verbundpartnerinnen, die in der vergangenen Runde der Exzellenzstrategie 2018 Mittel eingeworben hatten, werden sich ebenfalls wieder bewerben. Dies sind:

  • Berlin Mathematics Research Center MATH+
  • Matters of Activity. Image Space Material
  • NeuroCure – Comprehensive Approaches to Neurological and Psychiatric Disorders
  • Science of Intelligence (SCIoI)
  • Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS)
  • Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective und
  • Unifying Systems in Catalysis (UniSysCat)

Die Exzellenzstrategie gilt als wichtigster Forschungswettbewerb für deutsche Hochschulen. Er geht inzwischen in die vierte Runde. Es gibt zwei Förderkategorien: Zum einen für ganze Hochschulen beziehungsweise Verbünde, zum anderen für Exzellenzcluster (große fachübergreifende Forschungsvorhaben).

Die neuen Exzellenzcluster-Kandidaten in der Übersicht

Center for Chiral Electronics

Chiralität beschreibt die Eigenschaft, dass ein Objekt nicht durch Drehung und Verschiebung mit seinem Spiegelbild zur Deckung gebracht werden kann. Dies zeichnet viele Objekte in der Natur aus und verleiht ihnen eine intrinsische Stabilität. Der Exzellenzcluster "Center for Chiral Electronics" (Zentrum für Chirale Elektronik) erforscht dieses Konzept in der Festkörperphysik, um die Grundlagen für Technologien zu schaffen, die den wachsenden Anforderungen an hochleistungsfähige und energiesparende Elektronik gerecht werden. Die Festkörperphysik gehört zu den Forschungsschwerpunkten des Fachbereichs Physik der Freien Universität Berlin. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Nano-, Oberflächen- und Ultrakurzzeitphysik. Auf diesem Erfolg soll der Exzellenzcluster aufbauen und zusammen mit den Partneruniversitäten neue Meilensteine erreichen.

  • antragsstellende Hochschulen: Martin-Luther-Universität Halle-WittenbergFreie Universität Berlin, Universität Regensburg
  • Sprecher*innen: Prof. Dr. Georg Woltersdorf (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Katharina Franke (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Christoph Strunk (Universität Regensburg)

ImmunoPreCept – Cell-based Molecular Prevention and Interceptive Medicine: Exploring the Health-Disease Bifurcation

"ImmunoPreCept" ist ein Konsortium aus Systemmedizin, klinischer und experimenteller Medizin mit dem Ziel, die Früherkennung und präventive Behandlung von Krankheiten zu verbessern. Im Gegensatz zum herkömmlichen medizinischen Ansatz konzentriert sich ImmunoPreCept auf das Verstehen von nicht-symptomatischen Vorstadien von Krankheiten. So lassen sich Krankheiten wie chronische Entzündungen oder Krebs frühzeitig abfangen oder durch gezielte Stärkung von Widerstandskräften verhindern.  

  • antragsstellende Einrichtungen: Freie Universität Berlin / Humboldt-Universität zu Berlin (Charité - Universitätsmedizin Berlin)
  • Sprecherer*innen: Prof. Dr. Britta Siegmund, Prof. Dr. Andreas Diefenbach (beide Charité - Universitäsmedizin Berlin), Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky (Max Delbrück Centrum für Molekular Medizin)

INTERACTINTER-OrgAn TrajeCTories to Multimorbidity

Die steigende Prävalenz von Multimorbidität, d.h. der Koexistenz mehrerer Erkrankungen in einer Person, stellt die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen. Die Ursachen von Multimorbidität sind bislang unklar. Das Forschungsprojekt „INTERACT“ versteht Multimorbidität nicht als Koinzidenz unabhängiger Krankheiten, sondern als kausal verknüpfte Abfolge von Organschäden. Daher stellt „INTERACT“ die dysfunktionale Kommunikation zwischen Organen in den Mittelpunkt der Entstehung von Multimorbidität mit dem Ziel, Ursachen aufzudecken und Therapien zu entwickeln.

  • antragsstellende Einrichtungen: Freie Universität Berlin / Humboldt-Universität zu Berlin (Charité - Universitätsmedizin Berlin), Technische Universität Berlin
  • Sprecher*innen: Prof. Dr. Birgit Sawitzki, Prof. Dr. Wolfgang Kübler (beide Charité - Universitätsmedizin Berlin

Die Berlin University Alliance

Die Berlin University Alliance – der Exzellenzverbund von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin – macht Berlin zu einem der führenden Forschungsräume der Welt. Über Disziplinen und Gesellschaftsbereiche hinweg soll Berlin bis 2030 zu einem offenen Wissenslabor werden. Dazu treibt die Berlin University Alliance drei Querschnittsanliegen voran: der Aufbau eines Netzwerks strategischer Partnerschaften mit führenden Universitäten und dem globalen Süden, Diversität und Chancengerechtigkeit sowie – erstmals im Rahmen eines Exzellenzprogramms – die Verknüpfung von Spitzenforschung und Lehre. Die Berlin University Alliance wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Berlin im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.

Gemeinsame Pressemitteilung der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin