Denkfabrik für digitale Lösungen im Gesundheitssektor

 

Im Zukunftslabor werden neue Technologien erforscht und vorangetrieben. Denn als Nationale Agentur für Digitale Medizin hat die gematik den Anspruch und den Auftrag, die Digitalisierung des Gesundheitswesens zu stärken und wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen. Das Zukunftslabor der gematik agiert hierbei als eine Art Thinktank. Es befasst sich mit künftigen Technologien und ermittelt deren Potenziale für die digitale Gesundheitsversorgung. Dabei sucht es aktiv nach Lösungen, die dazu beitragen, die künftigen Bedarfe zu erfüllen. Darüber hinaus entwickelt die Denkfabrik der gematik Prototypen, um den Nutzen neuer Technologien aufzuzeigen und deren zukünftigen Einsatz vorzubereiten. Die Umsetzung in konkrete Produkte der gematik gehört nicht zu den Aufgaben des Zukunftslabors. Aktuelle Themenschwerpunkte des Zukunftslabors sind ein verteilter, interoperabler Gesundheitsdatenraum sowie föderierte und selbstbestimmte Identitäten (vgl. Hintergrund, s. u.).

 

Ronald Koenig, Leiter des Zukunftslabors bei der gematik, erklärt die Arbeitsweise des Bereichs: „Das Zukunftslabor setzt auf einen breiten Ansatz von Recherche, Forschung und fachlichem Austausch. Dazu gehört natürlich auch der Blick ins Ausland, um herauszufinden, welche Technologien anderswo bereits eingesetzt werden und für uns relevant sein können. Durch die regelmäßige Teilnahme an Fachveranstaltungen und Messen bleiben wir im Zukunftslabor auf dem neuesten Stand und knüpfen hilfreiche Kontakte, auch international. Darüber hinaus tauscht sich das Zukunftslabor mit den Forschungsabteilungen anderer Unternehmen und Organisationen über aktuelle technologische Entwicklungen aus und geht Kooperationen für gemeinsame Forschungstätigkeiten ein. Um neue Technologien aktiv voranzutreiben und ihre Überführung in die Praxis vorzubereiten, beteiligt sich das Zukunftslabor außerdem an öffentlichen Forschungsprojekten oder setzt eigene auf.“

 

Das gematik Zukunftslabor ist ein Thinktank für digitale Lösungen im Gesundheitssektor. Es befasst sich mit künftigen Technologien und ermittelt deren Potenziale für die digitale Gesundheitsversorgung. Dabei sucht es aktiv nach Lösungen, die dazu beitragen, die künftigen Bedarfe zu erfüllen. Darüber hinaus entwickelt es Prototypen, um den Nutzen neuer Technologien aufzuzeigen und deren zukünftigen Einsatz vorzubereiten.

 

 

Hintergrund:

 

•        Verteilter, interoperabler Gesundheitsdatenraum: Alle medizinischen Daten sollen in Echtzeit für die Gesundheitsversorgung, Prävention und Forschung zur Verfügung stehen. So sollen Versicherte z. B. alle über sie im System gespeicherten Daten „live“ einsehen können, ohne dass sie deren Bereitstellung zur Einsicht zuvor von einem Heilberufler oder einer Heilberuflerin erst explizit anfordern müssen. Hierfür bedarf es eines übergreifenden medizinischen Informationsmodells (d. h. die syntaktische und semantische Kompatibilität der Daten), standardisierter Schnittstellen für den Datenzugriff (insbesondere für mobile Anwendungen), komplexer Such- und Analysemöglichkeiten sowie der Unterstützung von Workflows usw. Es gilt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung: Die Versicherten legen feingranular selbst fest, wer ihre Daten einsehen kann.

•        Föderierte Identitäten: Föderierte Identitäten ermöglichen, mit einer einzigen Identität und einer einzigen Anmeldung verschiedene Dienste zu nutzen, sog. Single Sign-on. Dafür müssen Vertrauensbeziehungen zwischen den Identitätsprovidern und den vertrauenden Diensten und Anwendungen aufgebaut werden (Föderation). Diese Vertrauensbeziehungen basieren auf einheitlichen Vertrauensniveaus für die Identitätsfeststellung, Authentisierung und Identitätszusicherung. 

•        Selbstbestimmte Identitäten: Bei selbstbestimmten Identitäten liegt die Kontrolle über die Identitäten vollständig in den Händen der Versicherten. Sie entscheiden, wo sie ihre Identität einsetzen und welchen Teil ihrer Identität sie offenlegen möchten („Selective Disclosure“). Der Herausgeber der Identität (z. B. die Krankenversicherung oder die Bundesdruckerei) erfährt dabei nicht, wo die Versicherten ihre Identität nutzen. Das Identitätssystem der selbstbestimmten Identitäten wird im Gegensatz zu System mit einem zentralen Vertrauensanker von der Gemeinschaft getragen.