Charité stärkt Hebammenwissenschaft mit W3-Professur

Prof. Julia Leinweber, Leiterin des Instituts für Hebammenwissenschaft an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ist seit Januar Professorin auf Lebenszeit für Hebammenwissenschaft. Die Berufung auf eine W3-Professur ist die höchste Form der Professur in Deutschland. Die Charité unterstreicht damit die Bedeutung, die die Berliner Universitätsmedizin der wissenschaftlichen Verankerung und akademischen Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe beimisst.

 

Gesundheitsfachberufe haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Evidenzbasiertes und interprofessionelles Arbeiten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine unbefristete Professur schafft dafür verlässliche Strukturen: Sie stärkt Forschung und Lehre, fördert die Qualitätssicherung und erleichtert die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen.

Mit der Berufung von Julia Leinweber auf eine W3-Professur setzt die Charité auf eine stabile wissenschaftliche Basis für eine evidenzbasierte Versorgung von Schwangeren, Gebärenden, Müttern und Neugeborenen.

Langfristige Forschung ermöglichen

Julia Leinweber, bislang W2-Professorin für Hebammenwissenschaft, bringt langjährige Erfahrung in Forschung und Lehre mit. Sie hat sich in ihrer Arbeit insbesondere mit Fragen zur Versorgung von Gebärenden sowie zur Qualität der hochschulischen Hebammenausbildung beschäftigt. Unter ihrer Leitung wurden Forschungsprojekte zur Verbesserung der Versorgung initiiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist die wissenschaftliche Begleitung  der universitären Ausbildung von Hebammen, mit dem Ziel, diese langfristig zu verbessern.

Die W3-Professur ermöglicht es Julia Leinweber, Forschungsvorhaben langfristig anzulegen und über mehrere Jahre zu begleiten. Das ist besonders wichtig, um neue Betreuungsmodelle oder Versorgungsstandards systematisch zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis

Das Institut für Hebammenwissenschaft wurde 2021 gegründet, um die Qualität der Ausbildung zu erhöhen und den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis weiter auszubauen. Im primärqualifizierenden, dualen Bachelorstudiengang Angewandte Hebammenwissenschaft erwerben Studierende fundiertes Wissen zur evidenzbasierten Betreuung von Frauen und Familien während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Die Studierenden qualifizieren sich damit in sieben Semestern für eine eigenverantwortliche Tätigkeit als Hebamme. Mit dem Abschluss Bachelor of Science erhalten sie zugleich die staatliche Berufszulassung und können anschließend in Kliniken, Praxen und Geburtshäusern angestellt oder als freiberufliche Hebammen arbeiten.

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