Charité stärkt Hebammenwissenschaft mit W3-Professur
Gesundheitsfachberufe haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Evidenzbasiertes und interprofessionelles Arbeiten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine unbefristete Professur schafft dafür verlässliche Strukturen: Sie stärkt Forschung und Lehre, fördert die Qualitätssicherung und erleichtert die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen.
Mit der Berufung von Julia Leinweber auf eine W3-Professur setzt die Charité auf eine stabile wissenschaftliche Basis für eine evidenzbasierte Versorgung von Schwangeren, Gebärenden, Müttern und Neugeborenen.
Langfristige Forschung ermöglichen
Julia Leinweber, bislang W2-Professorin für Hebammenwissenschaft, bringt langjährige Erfahrung in Forschung und Lehre mit. Sie hat sich in ihrer Arbeit insbesondere mit Fragen zur Versorgung von Gebärenden sowie zur Qualität der hochschulischen Hebammenausbildung beschäftigt. Unter ihrer Leitung wurden Forschungsprojekte zur Verbesserung der Versorgung initiiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist die wissenschaftliche Begleitung der universitären Ausbildung von Hebammen, mit dem Ziel, diese langfristig zu verbessern.
Die W3-Professur ermöglicht es Julia Leinweber, Forschungsvorhaben langfristig anzulegen und über mehrere Jahre zu begleiten. Das ist besonders wichtig, um neue Betreuungsmodelle oder Versorgungsstandards systematisch zu prüfen und weiterzuentwickeln.
Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis
Das Institut für Hebammenwissenschaft wurde 2021 gegründet, um die Qualität der Ausbildung zu erhöhen und den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis weiter auszubauen. Im primärqualifizierenden, dualen Bachelorstudiengang Angewandte Hebammenwissenschaft erwerben Studierende fundiertes Wissen zur evidenzbasierten Betreuung von Frauen und Familien während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.
Die Studierenden qualifizieren sich damit in sieben Semestern für eine eigenverantwortliche Tätigkeit als Hebamme. Mit dem Abschluss Bachelor of Science erhalten sie zugleich die staatliche Berufszulassung und können anschließend in Kliniken, Praxen und Geburtshäusern angestellt oder als freiberufliche Hebammen arbeiten.
Weiterführende Informationen
- Charité-Website des Instituts für Hebammenwissenschaft
- Informationen zum Dualen Bachelorstudiengang Angewandte Hebammenwissenschaft