6 Millionen Euro für HealthTech hellomed: Weniger Medikationsfehler und Entlastung von Pflegekräften, dank Software & KI basierter Medikationsversorgung

Medikationsfehler gehören zu den größten und zugleich meist unterschätzten Risiken in der professionellen Pflege. Unübersichtliche Medikationspläne, manuelle Abstimmungen und fehleranfällige Übergaben zwischen Pflege, Arzt und Apotheke gefährden täglich Patienten – und rauben Pflegekräften Zeit und Nerven. Genau diese kritischen Punkten löst die hellomed Group GmbH auf einen Schlag.

 

Das Berliner HealthTech-Unternehmen hat sich 6 Millionen Euro Venture Capital gesichert, um seine digitale Lösung für Medikationsmanagement (hellomedOS) Deutschland-weit auszubauen. Ziel ist es, Medikationsfehler in der ambulanten und stationären Pflege systematisch auszuschliessen, und das Pflegepersonal mehrere Stunden pro Woche pro Person zu entlasten. Dabei stellt hellomed sowohl die Lieferung als auch die Kommunikation mit sämtlichen Prozessbeteiligten sicher (Hausärzte, Apotheke, Pflege und Patient).

Die Finanzierungsrunde wird angeführt vom Züricher VC EquityPitcher Ventures, mit starker Beteiligung von IBB Ventures und zwei.7. Ergänzend engagierten sich in den vergangenen zwei Jahren bereits namhafte Gründer, Business Angels und Family Offices  aus der deutschen Gründerszene sowie Gesundheits- und Pflegewirtschaft, deren Beteiligung nun erstmals öffentlich kommuniziert wird. Die Finanzierung und Beteiligung von hervorragender Branchenexpertise wird die Skalierung von 100 auf >2’000 Pflegeunternehmen bis 2030 beschleunigen. 

„Der Markt für Arzneimittelversorgung in der ambulanten und stationären Pflege ist über 8 EUR Milliarden gross, hochreguliert und strukturell unterdigitalisiert. Hellomed bietet den Pflegeunternehmen eine einzigartige Lösung, das Patientenwohl zu steigern sowie den eigenen Alltag von Bürokratie zu befreien”, zeigt sich Marco Marugg von EquityPitcher überzeugt. 

“Das Praxis-nahe Team hat es in der komplexen Prozess- und Stakeholder Landschaft geschafft, eine voll integrierte, automatisierte und skalierbare Versorgungslösung zu entwickeln, welche vom Pflegepersonal nicht mehr weggedacht werden kann”, ergänzt der erfahrene HealthTech Investor Christian Seegers von IBB Ventures
 

Fehlmedikation: Ein Problem mit gigantischen Folgen

Schätzungen zufolge kommt es in Deutschland jährlich zu bis zu 250.000 Krankenhauseinweisungen infolge von Fehlmedikation. Die dadurch entstehenden Kosten liegen bei bis zu rund einer Milliarde Euro pro Jahr. Hinter diesen Zahlen stehen nicht nur hohe Belastungen für Krankenkassen, sondern vor allem vermeidbare Risiken für Patienten – und zusätzlicher Druck für Pflegekräfte.

„Medikationsversorgung ist einer der sensibelsten Prozesse in der professionellen Pflege – und leider auch einer der fehleranfälligsten“, sagt Enrico Bernardo, Gründer und Geschäftsführer von hellomed. „Wenn hier etwas schiefläuft, trifft es nicht nur Abläufe, sondern Menschenleben. Genau deshalb setzen wir hier an.“

Typische Ursachen sind:

  • unvollständige oder veraltete Medikationspläne,
  • manuelle Bestell- und Änderungsprozesse,
  • Medien- und Kommunikationsbrüche zwischen Pflege, Arzt und Apotheke, ● fehlende Transparenz bei Therapieänderungen.

„Pflegekräfte arbeiten mit enormer Verantwortung. Fehler entstehen meist nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil Prozesse unübersichtlich, nicht digitalisiert und lückenhaft sind“, so Tim Bogdan, Geschäftsführer Pflege von hellomed. „Wenn wir Abläufe klarer machen, steigt automatisch die Medikationssicherheit.“