„Zukunftsprojekte“ in der Gesundheitsforschung – Ausbau der wissenschaftlichen Exzellenz Berlins auf Top-Weltniveau

Hier stellen wir die aktuell in Berlin geförderten Forschungsbauten im Bereich Gesundheitsforschung vor. Das Förderprogramm „Forschungsbauten“ fördert Investitionsvorhaben, die sich durch „exzellente wissenschaftliche Qualität und nationale Bedeutung auszeichnen“ (gemäß GG §91b). Berlin baut mit diesen Investitionen seine Kompetenzen in der Gesundheitsforschung weiter auf internationalem Topniveau aus. Die Fördermittel werden je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen.

Der Simulierte Mensch (Si-M)

 

 

Im Forschungsgebäude „Der Simulierte Mensch“ forschen Wissenschaftler:innen der TU Berlin und Kliniker:innen der Charité - Universitätsmedizin Berlin gemeinsam an der Schnittfläche von Medizin, Ingenieur - und Naturwissenschaften sowie Datenwissenschaften.

Ziel von Si‑M ist es, die menschliche Physiologie und Pathophysiologie besser zu verstehen, indem innovative humanbasierte Modelle entwickelt und in die biomedizinische Forschung und klinische Anwendung integriert werden. Im Fokus stehen dabei experimentelle Systeme in vitro und in silico, die Forschung an menschlichen Zellen, Geweben und Organmodellen ermöglichen und perspektivisch dazu beitragen, Tierversuche zu reduzieren oder zu ersetzen.

Die Forschenden arbeiten in gemeinsam genutzten Laboren und offenen Arbeitsstrukturen zusammen. Dabei kommen Schlüsseltechnologien wie 3D‑Zell‑ und Gewebekulturen, Organ‑on‑a‑Chip‑Systeme, 3D‑Bioprinting, Einzelzellanalysen sowie hochauflösende Bildgebungs‑ und Datenanalysemethoden zum Einsatz.


Die Initiatoren und Sprecher des Si-M sind Prof. Roland Lauster (TU Berlin) und Prof. Andreas Thiel (Charité – Universitätsmedizin Berlin), die die wissenschaftliche Vision und strategische Ausrichtung von Si‑M maßgeblich geprägt haben. Prof. Sina Bartfeld, die akademische Nachfolgerin von Roland Lauster, wurde als zusätzliche Sprecherin berufen, um das Team zu unterstützen.

Der mit 34 Mio. Euro projektierte Forschungsneubau wird im Frühling 2026 zusammen mit dem benachbarten Forschungsneubau BeCAT eröffnet werden.  

Das Cluster Gesundheitswirtschaft unterstützt fortlaufend bei der Vernetzung innerhalb der Region und darüber hinaus. Es stellt Informationen zu Förderprogrammen bereit und nutzt die eigenen Kommunikationskanäle, um Informationen zur Initiative in der Region zu verbreiten.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Portrait des Si-M.

 

 

Berlin Center for Advanced Therapies (BeCAT)

 

 

Das „Berlin Center for Advanced Therapies“ (BeCAT) der Charité entwickelt zellbasierte neuartige Therapeutika. Diese sogenannten „Advanced Therapies“ (kurz ATMPs) sollen die Gesundheit von Patient:innen mit bisher nicht heilbaren Erkrankungen wiederherstellen. Das BeCAT wird die Berliner Expertise in der Technologie und der klinischen Entwicklung von ATMPs weiter zusammenführen und erweitern sowie basierend auf den vorhandenen nationalen und internationalen Netzwerkstrukturen auf ein international führendes Niveau bringen.

Das Herzstück vom BeCAT wird das neue Forschungsgebäude mit state-of-the-art modularen GMP-Reinraumlaboreinheiten sein, in dem die Herstel­lung aller ATMP-Klassen auch in Verbindung mit Biomaterialien bis hin zum 3D-Bioprinting ermöglicht werden.

Einige Leistungen des BeCAT sind bereits zum jetzigen Zeitpunkt abrufbar und werden über ATMP@noSpamcharite.de vermittelt.

Leiterin des BeCAT ist seit Ende 2024 Prof. Annette Künkele-Langer. Sie hat die Leitung von Prof. Petra Reinke übernommen, die das Zentrum seit seiner Etablierung maßgeblich wissenschaftlich und strategisch geprägt hat.

Der mit über 29 Mio. Euro projektierte Forschungsneubau wird im Frühling 2026 in Berlin-Wedding als direkter Nachbar zum weiteren Forschungsneubau „Der simulierte Mensch“, kurz Si-M, feierlich eröffnet werden.

Mehr Informationen zum BeCAT finden Sie in unserem Portrait.

 

 

Supramolekulare Funktionale Architekturen an Biogrenzflächen (SupraFAB)

 

Im Forschungsbau "Supramolekulare Funktionale Architekturen an Biogrenzflächen" (SupraFAB) werden die Wirk- und Funktionsmechanismen von komplexen Eiweißmolekülen auf Zelloberflächen mit nanophysikalischen Methoden erforscht. Einzigartig ist die direkte Verknüpfung der Synthese supramolekularer Architekturen mit maßgeschneiderten Biogrenzflächen; dies dient dem Ziel, neuartige funktionale Systeme zu generieren und komplexe Biomembranprozesse zu analysieren. Ein umfassendes Verständnis komplexer biologischer Grenzflächen-Prozesse – etwa Virus-Zell-Interaktionen – wird damit im Detail ermöglicht. Ein weiterer Schwerpunkt des aus der Focus Area NanoScale initiierten SupraFAB liegt in der Förderung und Unterstützung von Nachwuchsforschungsgruppen. Kernelement des Forschungsbaus ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschenden aus der Biologie, Chemie und Physik in gemeinsamen Laboren.

Die Hauptstadtregion erhält mit dem Neubau herausragende interdisziplinäre Arbeitsmöglichkeiten auf den Gebieten der Zellforschung, der supramolekularen Chemie sowie der Bio- und Nanophysik und bildet so die Grundlage für eine weitere Vernetzung der interdisziplinären Spitzenforschung in den Nanobiowissenschaften. Sprecher des SupraFAB ist Prof. Dr. Rainer Haag (Chemie), seine Stellvertreterung ist Prof. Dr. Stephanie Reich (Physik).

Das zwischen 2016 und 2022 errichtete SupraFAB-Gebäude wurde mit rund 48 Millionen aus dem Bund-Länder-Programm der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) für Forschungsneubauten und Großgeräte gefördert. 

Mehr Informationen finden Sie hier: