Während die Gesundheitsförderung danach fragt, was Menschen gesund hält, stehen bei der Prävention die Vermeidung von Krankheiten (Primärprävention), die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Krankheiten (Sekundärprävention) sowie die Vermeidung von Zustandsverschlechterungen und von Folgeschäden einer bestehenden Erkrankung (Tertiärprävention/Rehabilitation) im Vordergrund. Gesundheitsförderung und Prävention sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Im Sinne des Grundsatzes von Health in all Policies soll Gesundheit in allen Bereichen des öffentlichen Handelns gefördert werden. Hierzu bedarf es einer übergreifenden Zusammenarbeit verschiedenster Ressorts und gesellschaftlicher Akteure.
In Berlin und Brandenburg existiert ein breites Spektrum an gesundheitsfördernden Maßnahmen für alle Altersgruppen und Bedürfnisse. Kostenträger wie die Krankenkassen, die Deutsche Rentenversicherung und die Gesetzliche Unfallversicherung leisten gemeinsam mit Sportvereinen, Volkshochschulen, Ärzten, Betrieben, IHKn, Schulen und Kitas sowie vielen weiteren Akteuren einen wesentlichen Beitrag zur zielgruppenspezifischen Gesundheitsförderung und Prävention. An Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region wird zu verschiedenen Aspekten von Gesundheitsförderung und Prävention geforscht.
Die Länder Berlin und Brandenburg haben im Rahmen des nationalen Gesundheitszieleprozesses eigene Schwerpunkte definiert: In Berlin agiert die Landesgesundheitskonferenz als beschlussfassendes Gremium für die Gesundheitsziele. Die gesamtstädtischen Berliner Gesundheitsziele richten sich an den einzelnen Lebensphasen mit ihren Übergängen aus: „Gesund aufwachsen“ (seit 2007), „Gesund teilhaben“ (seit 2021), “Gesund arbeiten” (seit 2014) und “Gesund älter werden” (seit 2011). Sie dienen als Instrument, um Gesundheitspolitik zu gestalten. Das Land Berlin stärkt den Bereich Gesundheitsförderung und Prävention mit seinem Aktionsprogramm Gesundheit (APG).
Schwerpunkt der Brandenburger Gesundheitsziele sind die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, die Prävention von Verletzungen durch Unfälle und Gewalt sowie Alter und Gesundheit. In diesem Zusammenhang arbeiten das Bündnis Gesund aufwachsen in Brandenburg und das Bündnis “Gesund älter werden im Land Brandenburg”
Das GKV-Bündnis für Gesundheit unterstützt als gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen die Gesundheitsförderung und Prävention in den Lebenswelten. Im besonderen Fokus stehen dabei Kommunen, Schulen, Kitas, Hochschulen und Pflegeeinrichtungen.
Rehabilitationsmaßnahmen bilden einen wichtigen Bestandteil der gesundheitlichen Versorgungskette ab: Ziel ist es, nach Erkrankung die Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, den Erhalt der Erwerbstätigkeit zu fördern sowie möglichen Behinderungen und möglicher Pflegebedürftigkeit vorzubeugen.
Die Region Berlin Brandenburg verfügt über eine innovative und moderne Rehabilitationslandschaft, wobei die deutlich größere Anzahl der stationären Rehabilitationseinrichtungen sich in Brandenburg befindet. Der Reha-Atlas für Berlin und Brandenburg bietet ausführliche Informationen zu medizinischer Rehabilitation und gibt einen Überblick über Reha-Einrichtungen in der Region
Der Forschungsbereich „Rehabilitation optimieren“ am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité arbeitet an Entwicklung und Implementierung von Unterstützungsangeboten für Patient:innen und Gesundheitsversorger, u. a. unter Nutzung neuer Medien, Technologien und Künstlicher Intelligenz. Die Professur für Rehabilitationsmedizin an der Universität Potsdam entwickelt neue Konzepte der Prävention und Rehabilitation chronisch degenerativer Erkrankungen. Die wissenschaftlichen Einrichtungen der Region sind zudem Teil des Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbundes Berlin, Brandenburg und Mitteldeutschland.