Additive Fertigung in der Hauptstadtregion

 

Neben der Digitalisierung verändert auch die additive Fertigung wie kaum eine andere Technologie branchenübergreifend ganze Industriezweige. Ein vielversprechendes Potenzial bietet sie allen voran in der Medizintechnik. Neben der Herstellung von einfachen Hilfsmitteln wie z. B. Halterungen für die Zahn- oder Augenheilkunde, Komponenten für Beatmungsgeräte und chirurgische Instrumente kommt die additive Fertigung verstärkt in der Orthetik, Prothetik und Traumatologie zur Anwendung. Mithilfe softwarebasierter Vermessungs- und Analyseverfahren können auf die Patient:innen zugeschnittene Prothesen oder Implantate designt und mittels automatisierter und digitaler 3D-Druckverfahren produziert werden. So entstehen immer individueller passfähige und schnell verfügbare Medizinprodukte.

Als erstklassiger Life Sciences – und IT-Standort bietet die deutsche Hauptstadtregion optimale Voraussetzungen bei der Entwicklung innovativer Verfahren wie der additiven Fertigung für den Gesundheitsbereich. Um dieses Potential verstärkt auszuschöpfen, wurde das 3D-Druck Netzwerk Mobility/Medical goes Additive mit dem Ziel gegründet, gemeinsam mit Anwendern, F&E-Instituten, Beratungsunternehmen, Maschinen- und Materialherstellern, AM-Dienstleistern und Softwareanbietern innovative 3D-Druck-Produkte auf den Weg zu bringen. Zudem bietet der Industrial Additive Manufacturing Hub Berlin (IAM Hub) eine Anlaufstelle für junge 3D-Druck Unternehmen und Wissenschaftsinstitute, um innovative Ideen zu entwickeln und bahnbrechende 3D-Druck Projekte umzusetzen. Angeschlossen ist auch ein Co-Working Space.

Wichtige Beiträge für die Technologieentwicklung leistet die herausragende Wissenschaftslandschaft der Region Berlin-Brandenburg. Schwerpunkte liegen u.a. bei der digitalen 3D-Modellierung an der Technischen Universität Berlin, druckbaren Keramiken, Biomaterialien und Qualitätskontrolle an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und bei nachhaltigen Materialien am Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung.

Eine Vielzahl von Startups bringt neue Produkte auf den Markt. 3D-Medico als Spin off des Think 3DD entwickelt recyclebare, umweltfreundliche Orthesen nach vorheriger Vermessung mit eigener Software und im eigenen 3D-Drucker. Die Technologie von Orion AM ermöglicht eine Verbesserung der Verbindung zweier 3D gedruckter Schichten. Hierbei gewährleistet der Einsatz von Wärmestrahlung maximale Stabilität und Sicherheit im Hinblick auf die Wiederherstellung der natürlichen Form des Körpers. Hierzu gibt es bereits spannende Projekte im Bereich der Zahnmedizin. Der dreidimensionale Druck von Gewebestrukturen (Bioprinting) auslebenden Zellen wird durch  Cellbricks vorangetrieben - ein Pionier für Anwendungen im Tissue Engineering und der Entwicklung künstlicher Organe für die Transplantation. Die US-amerikanische Firma Formlabs hat sich mit ihrem europäischen  Headquarter  in Berlin angesiedelt und ist weltweit mit innovativen 3D Druckern und biokompatiblen Materialien auch im Gesundheitswesen tätig.

Sowohl die wissenschaftliche und technologische Expertise als auch der Zugang zu innovativen Startups und internationalen Talenten vor allem aus dem IT-Bereich führen dazu, dass sich auch Unternehmen von außerhalb vermehrt in der Hauptstadtregion ansiedeln.

Das Medizintechnikunternehmen Ottobock mit Hauptsitz im niedersächsischen Duderstadt treibt als Weltmarktführer für technische Orthopädie die individuelle Patientenversorgung mittels digitaler Prozesse und 3D-gedruckter Produkte voran. Hierbei spielt als „digitale Zukunftswerkstatt“ der Berliner Standort des Unternehmens eine zentrale Rolle. Auf dem Areal der ehemaligen Bötzow-Brauerei im Herzen Berlins kreieren und testen agile, funktionsübergreifende Teams neuartige Produkte, Technologien und Versorgungslösungen.

Die in Berlin ansässige Eckert & Ziegler BEBIG hat im März 2020 die CE-Zulassung für die weltweit ersten, im 3D-Druckverfahren hergestellten Applikatoren zur Behandlung gynäkologischer Tumore erhalten. Die aus biokompatiblem und sterilem Kunststoff hergestellten Aufsätze erweitern die Einsatzmöglichkeiten herkömmlicher Applikatoren. 

 

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