Unsere Schwerpunkte

Aufgrund besonderer Expertisen in Forschung und Entwicklung liegen die regionalen Schwerpunkte im Bereich Biotechnologie & Pharma vor allem in den folgenden Themenfeldern: 

Wirkstoffentwicklung

 

Berlin Brandenburg bietet hervorragende Voraussetzungen für die Entwicklung neuer Wirkstoffe. Die enge Zusammenarbeit zwischen renommierten Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und innovativen Biotechnologieunternehmen schafft ein leistungsstarkes Innovationsökosystem.
Neben den 35 Pharmaunternehmen in der Region widmen sich etwa 20 Unternehmen der über 300 Biotechunternehmen der Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe, u.a. mit KI-unterstützten Methoden.

Klinische Studien 

Berlin Brandenburg zählt zu den führenden Standorten für klinische Forschung in Deutschland. Die Region vereint exzellente Universitätskliniken, spezialisierte Studienzentren, international renommierte Forschungseinrichtungen und eine starke Life-Science-Industrie. Die enge Vernetzung dieser Akteure schafft hervorragende Voraussetzungen für die Planung und Durchführung klinischer Studien entlang aller Entwicklungsphasen. Die Bedeutung Deutschlands als Standort für klinische Forschung wird durch aktuelle Analysen des vfa bestätigt. (Quelle: Status quo und Perspektive für den Studienstandort Deutschland)

 

Regenerative Medizin

Berlin-Brandenburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten internationalen Zentren für Regenerative Medizin entwickelt. Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung in der Hauptstadtregion sind die Zell- und Gentherapie, das Tissue Engineering und die Anregung körpereigener Regeneration (induzierte Autoregeneration), sowie die Interaktion von Biomaterialien und Zellen. 

Insgesamt agieren rund 30 Unternehmen und rund 20 universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in der Region in diesem dynamischen Wachstumsfeld an der Schnittstelle zwischen Biotechnologie und Medizintechnik. Ergebnisse dieser Arbeiten sind Ansätze und Produkte, die international Beachtung finden.  

Schlüsseltechnologien in der Region sind: 

  • Immunzelltherapien 
  • Miniaturisierte Organkulturen 
  • Transplantate für das muskuloskelettale System 
  • Herzunterstützungssysteme und biohybride Herzklappen 

Das „BIH Center of Regenerative Therapies“ (BCRT) ist im Bereich der angewandten Forschung und der Translation von Grundlagenforschung in die klinische Anwendung als ein international herausragendes und erfolgreiches Translationsmodell hervorzuheben. Hier wird seit 2006 zu körpereigenen Heilungsprozessen geforscht und darauf aufbauend werden neue Therapien und Diagnostika entwickelt.  

Mit dem Berlin Center for Gene and Cell Therapies (BC GCT), das am Berliner Nordhafen-Campus von Bayer entsteht, erhält Berlin einen zentralen Baustein für sein Ökosystem neuartiger und personalisierter Therapien. Das Vorhaben zielt darauf ab, Forschung, Entwicklung und Produktion enger miteinander zu verzahnen, um den Weg von der Gen- und Zelltherapieforschung in die klinische Anwendung zu beschleunigen. Der Standort befindet sich im neu ausgewiesenen Zukunftsort Health Innovation Quarter Berlin-Mitte. Unterstützt von Bayer, ProBioGen, der Charité und dem BIH wird das Zentrum moderne Laborflächen, GMP-konforme Produktionsanlagen sowie Räumlichkeiten für Biotech-Start-ups bieten, die neue therapeutische Ansätze entwickeln. 

Das Berlin Center for Advanced Therapies (BeCAT) an der Charité bündelt die Entwicklung und klinische Anwendung neuartiger Therapien (ATMPs). Mit einem neuen, von Bund und Land Berlin geförderten Forschungsbau verfügt das Zentrum über eine GMP-Reinrauminfrastruktur für die Herstellung aller ATMP-Kategorien, einschließlich Anwendungen mit Biomaterialien und 3D-Bioprinting. 

 

Computational Life Sciences

 

Das Generieren und die Analyse großer Datenmengen sowie die Integration der daraus folgenden Erkenntnisse in die Klinik verändert die biomedizinische Forschung und das Gesundheitswesen grundlegend. Bioanalytische Verfahren wie die Genomsequenzierung und andere Hochdurchsatztechnologien, bildgebende Verfahren und intelligente Wearables liefern riesige Datenmengen. Maschinelles Lernen und generative KI haben sich zu disruptiven Technologien in der translationalen Forschung und in Anwendungen der personalisierten Medizin entwickelt. Die Handhabung und Verarbeitung solcher Big-Data-Sätze erfordern neue Infrastrukturen und standardisierte IT-Lösungen. 

Die Hauptstadtregion gehört zu den führenden Standorten im Bereich der Computational Life Sciences: Die Bereitstellung von Multi-Omics Daten sowie deren Analyse z.B. für die Interaktion untereinander, mit Organsystemen sowie des Immunsystems bildet den Kern in Forschung und Entwicklung. Die zugehörigen Softwarebibliotheken und Datenbankinfrastrukturen sind entweder bereits vorhanden oder werden aufgebaut. Von der Algorithmischen Bioinformatik über Bildanalyse, Biomarkeridentifizierung, Datenintegration, Einzelzellsequenzierung, Maschinelles Lernen, Pathogencharakterisierung, Proteinmodellierung … bis zur Zellulären Netzwerkanalyse – für jedes Thema gibt es in der Region den passenden Ansprechpartner. 

Ausgewählte Zentrale Institutionen sind:  

 

Expert:innen aus Wissenschaft und Industrie nutzen das jährliche Symposium „Current Topics in Bioinformatics“ zur Vernetzung.  

Akademische Ausbildung erfolgt u.a. am Hasso Plattner Institut, der TU Berlin (BIFOLD), Freie Universität (FU), Humboldt-Universität (HU), Universität Potsdam, der Charité sowie Hochschulen in Wildau und Cottbus. 

 

 

Diagnostik

 

Eine klare und präzise Diagnosestellung ist unabdingbar für eine zielgerichtete Therapie. Die Entwicklung von Biomarkern schreitet rasant voran und eröffnet neue Möglichkeiten für die Diagnostik, Verlaufskontrolle, Screeningprogramme und Prävention. Darüber hinaus eröffnet die Stratifizierung von Patienten oder Patientengruppen anhand neuer Biomarker neue und passendere Behandlungsmöglichkeiten. Durch präzisere diagnostische Verfahren ermöglichen IvD und Companion Diagnostics individuellere Therapien und können gleichzeitig krankheitsbedingte Kosten senken.  

Berlin-Brandenburg verfügt über eine außergewöhnliche Expertise in den Bereichen Invitro-Diagnostik (IvD) und Bioanalytik. Rund 100 Unternehmen und ca. 20 akademische und nichtakademische Forschungseinrichtungen beschäftigen sich mit der Identifizierung innovativer Biomarker und neuer Plattformtechnologien für diagnostische Instrumente. In diesem Bereich konzentriert sich die Forschung hauptsächlich auf Point-of-Care-Tests, High-Throughput-Screening, Biosensoren, Next-Generation-Sequencing, Glycan-basierte Array-Plattformen und Automatisierung. 

Mit vereinten Kräften: Netzwerk Diagnostik Berlin-Brandenburg e.V. 

Um die gesamte Wertschöpfungskette der In-vitro-Diagnostik abdecken zu können, haben sich im Jahr 2007 Diagnostik- und Gerätehersteller, Zulieferer und Anwender aus Kliniken, Routinelaboren sowie Forschungseinrichtungen der Region Berlin-Brandenburg zu einem leistungsstarken und stetig wachsenden Verbund zusammengeschlossen: dem Netzwerk Diagnostik Berlin-Brandenburg e.V. (Diagnostik-Net BB) mit Sitz in Hennigsdorf. Hier erfahren Sie mehr über das Netzwerk.  

 

 

Industrielle Biotechnologie

Mit der „Nationalen Bioökonomie Strategie 2030“ legt die Bundesregierung seit 2011 die Grundlagen für die Vision einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Wirtschaft, die stärker als bisher biologische Ressourcen nutzt und zunehmend unabhängig von fossilen Rohstoffen wird. Für den Aufbau dieser biobasierten Wirtschaft ist die industrielle Biotechnologie von essentieller Bedeutung.

Mit ihrer differenzierten Forschungslandschaft und spezialisierten Unternehmen ist die Region ein starker Standort für industrielle Biotechnologie. Etwa 50 Unternehmen decken als Dienstleister, Technologieentwickler und Produzenten die relevanten Themen der modernen industriellen Biotechnologie ab. Universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sichern wissenschaftlichen Vorlauf in der Technologieentwicklung. Schwerpunkte in Forschung und Industrie sind u.a.:

  • Bioverfahrenstechnik
  • Biokatalyse
  • enzymatische Biokonversion
  • Enzymentwicklung
  • Mikrobiologie
  • Metabolomics
  • Prä- und Probiotika
  • Algenbiotechnologie
  • Entwicklung naturstoffbasierter Substanzen