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Das Gesundheitswesen steht in allen seinen Segmenten vor tiefgreifenden Umbrüchen. Diese stellen Herausforderung und Chance dar, die Innovationen in den verschiedensten Bereichen von Gesundheit erfordern, aber auch häufig erst ermöglichen.
Die demographische Entwicklung, insbesondere die wachsende Zahl älterer Menschen, wird dazu führen, dass immer mehr Menschen mit altersunabhängigen und altersbedingten chronischen Erkrankungen das Gesundheitswesen in Anspruch nehmen. Sie wird aber auch nach 2010 aufgrund gesunkener Geburtenziffern zu einer sinkenden Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Gesundheitswesen und damit absehbar zu Personalmangel führen.
Die Präventivmedizin gewinnt an Bedeutung, weil sich wissenschaftlich unbestritten viele chronische Erkrankungen durch präventive Maßnahmen günstig beeinflussen lassen. In diesem Zusammenhang gewinnen ebenfalls Naturheilverfahren, gesunde Ernährung, Wellness und Fitness gleichermaßen an Bedeutung. Gegenüber der somatischen Orientierung weiterer Bereiche der Medizin gewinnt eine psychosomatische Sichtweise zunehmend an Bedeutung.
Innovationen vor allem aus der molekularbiologischen und der medizintechnischen Forschung werden zunehmend zum Motor der Entwicklung. So führt die Entschlüsselung des menschlichen Genoms zu Sprunginnovationen in der frühzeitigen Diagnose potentieller Krankheiten und ihrer präventiven, therapeutischen und demnächst auch regenerativen Behandlung.

Demographische Entwicklungen, veränderte Arbeitsbiographien, unterschiedliche Verständnisse des Solidarprinzips und medizinischer Fortschritt verändern die herkömmlichen Finanzierungs- und Entgeltsysteme im Gesundheitswesen; der Wettbewerb der Anbieter von Gesundheitsleistungen wird in diesem Zusammenhang zunehmen, die staatliche Rahmenplanung ihre Funktion verändern.
Fortschritte in der Mikrosystemtechnik, der Optoelektronik und der Informationstechnologie erlauben veränderte Behandlungsmethoden und Organisationsformen der Gesundheitsversorgung.
Gesundheitsaufgaben, die nach allgemeinem Verständnis die öffentliche Hand selbst wahrzunehmen hatte, werden heute auch von privaten Unternehmen wahrgenommen. Dies führt zu Veränderungen in der staatlichen Gesundheitsplanung und Gesundheitsfürsorge, aber auch in der Eigentumsstruktur bei Anbietern öffentlicher Dienstleistungen und zu einem verstärkten Outsourcing vor allem nicht-medizinischer, aber auch gesundheitsbezogener Leistungen an Externe.
Das Selbstbewusstsein und das Informationsbedürfnis der (potenziellen) Patientinnen und Patienten wachsen. Deren Autonomieanspruch als Kundinnen und Kunden sowie Partnerinnen und Partner steigt.
Damit verändert sich deren Verhältnis gegenüber Gesundheitsdienstleistern mit weit reichenden Folgen für Transparenz, Qualitätsmanagement, Aufklärungspflichten und Haftungsfragen. Anstelle einer „paternalistisch“ geprägten Kultur im Gesundheitswesen, treten kooperative Verhaltensweisen auf, die die geschlechtsspezifischen Gesundheitsbedürfnisse adäquat berücksichtigen.
Die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg gestaltet diese Herausforderungen und Veränderungsprozesse aktiv mit. Sie steht damit im Wettbewerb mit anderen Regionen Deutschlands und Europas. Es bedarf in diesem Wettbewerb der Anstrengung aller Akteure und neben staatlichen vor allem privatwirtschaftlichen Engagements.
Der Senat von Berlin hat am 7. September 2004 beschlossen, „das Wachstumspotenzial des Wirtschafts- und Standortfaktors Gesundheit in den Feldern Gesundheitswirtschaft, Gesundheitswissenschaft und Gesundheitsversorgung verstärkt zu nutzen und weiterzuentwickeln.“ Die Enquetekommission des Abgeordnetenhauses „Eine Zukunft für Berlin“ (Drucksache 15/4000 vom 9. Mai 2005) nennt in ihrem Schlussbericht neben Kommunikations-, Medien- und Kulturwirtschaft, Gesundheitswirtschaft als eines von zwei Leitbildern für Berlin.
Die Landesregierung Brandenburg hat sich auf Initiative des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie am 8. November 2005 mit der Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft in Brandenburg befasst. Das MASGF hat im Jahre 2006 eine Studie zu Struktur und Wirtschaftskraft der Gesundheitswirtschaft vorgelegt (IGES Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH, Gesundheitswirtschaft Brandenburg. Stand und Entwicklung. Expertise im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg. Berlin Juli 2006).
Die ressortübergreifende Steuerungsgruppe der Länder Berlin und Brandenburg stellt mit dem aktualisierten Masterplan unter Berücksichtigung und Einbeziehung der verschiedenen Akteure und ihrer Vorschläge strategische Ziele und Handlungsfelder sowie konkrete Maßnahmen vor. Diese müssen nun in Zusammenarbeit mit den wichtigen Akteuren fortgeschrieben und umgesetzt werden. Die Umsetzung ist dabei nicht in erster Linie Sache des Senats von Berlin oder der Landesregierung Brandenburg, sondern all derjenigen, die im Bereich von Gesundheit tätig sind. Deshalb benennt der Masterplan für die Federführung und als Beteiligte wesentliche Akteure aus der Gesundheitswirtschaft, der Gesundheitswissenschaft und der Gesundheitsversorgung. Er will damit die Potenziale der Gesundheitsregion für die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele erschließen. Der Senat von Berlin und die Landesregierung Brandenburg fordern im Interesse der Länder alle Akteure zur aktiven Mitwirkung auf.
17. September 2010
9 - 16 Uhr
Life-Scienes-Business: Möglichkeiten und Instrumente der Mitarbeiterbindung
30. September 2010
09:00 - 16:30 Uhr
Workshop "Alterswissenschaften: Leben 2030"
09. Oktober 2010
9 - 17 Uhr
Kongress der Berliner Kliniken und der Berliner Krankenhaus- gesellschaft
18./19. März 2011
Karrieremesse "Gesundheit als Beruf"