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Gesundheitsstaatssekretärin Hartwig-Tiedt: Menschen in schweren psychischen Krisen mit Respekt behandeln | 178/2017

23.11.2017

Die Besuchskommissionen für Menschen mit schwerwiegenden psychischen Erkrankungen in den Krankenhäusern leisten wertvolle Arbeit. Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt hat anlässlich des Jahrestreffens der Besuchskommissionen jetzt den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihre Arbeit gedankt. Hartwig-Tiedt sagte: „Diese ehrenamtliche und gleichzeitig fachlich anspruchsvolle Arbeit ist keine Selbstverständlichkeit und nicht zu ersetzen. Wo in der Psychiatrie in Ausnahmefällen Menschen gegen ihren Willen untergebracht werden, darf es keinen toten Winkel geben. Transparenz ist das erste Gebot.“

Im vergangenen Jahr kamen 671 Patientinnen und Patienten in Brandenburgische Krankenhäuser, weil sie im Zuge einer psychischen Erkrankung für sich oder andere zu einer akuten Gefahr geworden waren. Das sind zwei Prozent aller Krankenhausfälle wegen psychischer Erkrankungen. Trotz der geringen Anzahl verdienen aber diese Patientinnen und Patienten eine besondere Aufmerksamkeit, um sicherzustellen, dass ihre Rechte in der psychiatrischen Behandlung gewahrt werden. Der Gesetzgeber in Brandenburg sieht ehrenamtliche Besuchskommissionen vor, die alle psychiatrischen Kliniken und Abteilungen im Land einmal jährlich besuchen.

Almuth Hartwig-Tiedt: „Die Besuchskommissionen tragen dazu bei, dass die Menschen in schweren psychischen Krisen fachlich gut und mit Respekt vor der Würde jedes Einzelnen behandelt werden. Die ehrenamtlichen Fachleute, Betroffene sowie Angehörige sorgen für Transparenz und sind inzwischen in den Krankenhäusern willkommen. Die Ärztinnen und Ärzte der stationären Psychiatrie schätzen durchweg die Rückmeldungen der Besuchskommissionen und nehmen Anregungen und Verbesserungsvorschläge auf.“

Thema auf dem Jahrestreffen war auch die Personalausstattung in den Kliniken. Es gehört zu den Aufgaben der Besuchskommissionen, diese zu prüfen. Gerade in der Psychiatrie braucht es qualifiziertes und ausreichendes Personal. Die Kliniken sind gehalten, Mindestvorgaben einzuhalten. Roman Ernst, ein langjähriger Experte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen aus Hessen, referierte auf dem Treffen über die Überprüfbarkeit von Personalvorgaben. Die Mitglieder der Besuchskommissionen diskutierten verschiedene Vorschläge, um dieser schwierigen und manchmal umstrittenen Frage nachzugehen.

Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt kündigte an, dass das Gesundheitsministerium im kommenden Jahr einen Bericht für den Landtag vorbereiten werde. Dieser wird die Tätigkeit der Kommissionen darstellen und eine Kommentierung des Ministeriums enthalten. Dabei soll mit den Mitgliedern der Kommissionen eng zusammengearbeitet werden.

Die Besuchskommissionen bestehen aus ehrenamtlich tätigen Fachleuten sowie Angehörigen und Psychiatrie erfahrenen Personen. Sie überprüfen Einzelfälle wie auch die allgemeinen Behandlungsbedingungen. Der Besuch wird in einem Bericht dokumentiert. Kritik, festgestellte Mängel aber auch positive Erkenntnisse werden dem Gesundheitsministerium übermittelt. Die Kliniken nehmen zu den Berichten Stellung. Missstände, so zeigt die Erfahrung aus den vergangenen Jahren, werden durch Besuchsberichte offener diskutiert und Lösungen gefunden. In Brandenburg gibt es jährlich ca. 40.000 Krankenhausfälle wegen psychischer Erkrankungen.

Kontakt:
Marina Ringel
Pressesprecherin
Telefon: 0331 866-5040
Telefax: 0331 866-5049 
E-Mail: marina.ringel(at)masgf.brandenburg.de

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie