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Im Portrait: GILUPI GmbH - Vom Forschungsinstitut zum Markterfolg

11.12.2013

Mithilfe eines einfachen Tests feststellen, ob eine Therapie gegen Krebs erfolgreich war oder wie sie optimiert werden kann – dafür hat das Unternehmen GILUPI GmbH aus Potsdam ein Instrument entwickelt. Es heißt „CellCollector“ und ist ein medizinischer Edelstahldraht mit Spezialbeschichtung, der aussieht wie eine Infusionsnadel. Er gewinnt Tumorzellen direkt aus dem Blut des Patienten.

Der CellCollector wird über eine Infusionskanüle für 30 Minuten in die Armvene des Patienten eingeführt. An der Spitze ist er mit Antikörpern beschichtet, an denen im Blut zirkulierende Tumorzellen gebunden werden. „Der GILUPI CellCollector funktioniert wie eine Angel, mit der die Tumorzellen aus dem Blutkreislauf gefischt werden“, erklärt Stefanie Herold, Managing Director Sales und Marketing bei GILUPI. Anschließend wird der CellCollector aus dem Arm entfernt und die Analyse kann beginnen. Die Anzahl der zirkulierenden Tumorzellen zeigt den Effekt einer Krebstherapie an. Die Tumorzellen geben außerdem Hinweise auf molekulare Veränderungen im Tumor, anhand derer die Krebstherapie optimiert werden kann. „Wir gehen davon aus, dass eine individualisierte Behandlung, bei der jeder Patient ein speziell auf ihn abgestimmtes und dosiertes Medikament erhält, die Krebstherapie der Zukunft sein wird“, sagt Herold. Der GILUPI CellCollector ist das weltweit erste Produkt seiner Art, das CE-zertifiziert wurde; seit der Zertifizierung im vergangenen Oktober ist das Gerät bei ersten Kunden im Einsatz.

Die GILUPI GmbH wurde 2006 gegründet und erhielt 2007 für ihr Medizinprodukt den Forschungspreis für innovative Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Gestartet als kleines Forschungsinstitut, ist GILUPI heute ein mittelgroßes Unternehmen mit zwei Sitzen in Potsdam und Greifswald. Der Fokus der CellCollector-Produkte liegt zur Zeit in dem Bereich Krebsdiagnostik. In der Entwicklung sind Produkte zur Isolierung seltener Zellen bei Herz-Kreislauferkrankungen und zur Isolierung von Bakterien bei schweren Infektionen.

Um klinischen und diagnostischen Anforderungen zu entsprechen, arbeitet GILUPI mit deutschen und internationalen Partnern zusammen. Kürzlich ist GILUPI auch dem Medizintechniknetzwerk medtecnet Berlin-Brandenburg beigetreten. Im medtecnet-BB schließen sich Medizintechnik-Unternehmen aus Berlin und Brandenburg zusammen, um ihr Innovationspotential über Kooperationsprojekte z.B. mit Ärzten und regionalen Krankenhäusern noch stärker in eine nachhaltige Wettbewerbsstärke umzusetzen. Auch für GILUPI ist das medtecnet-BB eine gute Möglichkeit, ein regionales Netzwerk aufzubauen: „Wir waren bis jetzt eher international und nicht so sehr regional aktiv. Da die Region Berlin-Brandenburg im Bereich Medizintechnik sehr gut etabliert ist, wollen wir gern mehr mit Unternehmen und Ärzten aus der näheren Umgebung ins Gespräch kommen“, so Herold. Mit diesem Vorhaben war GILUPI bereits erfolgreich: „Der CellCollector von GILUPI stieß kürzlich bei zwei Veranstaltungen des medtecnet-BB in regionalen Krankenhäusern auf großes Interesse der Mediziner“, sagt Pia Jost, Netzwerkmanagerin des medtecnet-BB.

Weitere Informationen:

GILUPI Nanomedizin: www.gilupi.com

medtecnet Berlin-Brandenburg: www.medtecnet.de